Kowalski und ich

"Eigentlich waren Kowalski und ich ein gutes Team: Kowalski hielt dicht, wenn ich am Wochenende ab und zu ein paar Stunden früher verschwand, und ich sagte im Austausch dafür unserem Chef nichts davon, dass Kowalski die Sunkist-Multivitamin-Trinkpäckchen, die er in Massen konsumierte, gerne mit klarem Schnaps verfeinerte. Mit diesem Arrangement waren wir bislang ganz gut gefahren. Eine Arbeitsbeziehung braucht vor allem Verlässlichkeit."



Der Kündigungsgrund

von Stefan Berendes

erschienen im Rahmen der Titelrubrik in Kommunikaze 31, viertes Quartal 2008

 

"Ecki, sag’ mal, arbeitet Babsi gar nicht mehr hier?“, fragte ich hinter den Tresen, wo mein Gesprächspartner gerade auf Knien herumwurstelte und in irgendwelche nicht näher bezifferten Verrichtungen verstrickt war, die für seinen gastronomischen Betrieb offensichtlich zwingend notwendig waren. „Die habe ich hier nämlich schon länger nicht mehr gesehen“, setzte ich in dem Bemühen nach, so etwas Ähnliches wie ein Gespräch am Laufen zu halten. 

Schatten über Innsbüren

von Stefan Berendes

erschienen in Kommunikaze 33, 2. Quartal 2009

Irgendetwas stimmte mit der Form des Adlers nicht, das war mir gleich am Anfang aufgefallen. Eigentlich hätte ich da schon wissen müssen, wie die Sache ausgehen würde, schließlich war es am Ende grundsätzlich immer dasselbe. Im Grunde war ich ja auch selbst Schuld, ich hätte eben beizeiten etwas Anständiges lernen sollen, dann wäre mir dieses ständige Theater erspart geblieben.



Tagestour

von Stefan Berendes

erschienen in Kommunikaze 35: Männer

Es hatte schon drei Wochen lang Hunde und Katzen geregnet. Dann zwei Wochen lang Kröten. Und als die Wetterlage in Woche sechs dann schließlich in Richtung Blut umschlug, wurde uns klar, dass die Sache ernst war.